Wettkampf der Luftschiffe

von Redaktion (Koeln-vernetzt.info Team), am 27.01.2012


Die Kölner sind zu Recht stolz auf ihren Rheinauhafen, verleiht er der Stadt doch einen modernen Anstrich. Dennoch erscheint das Quartier vielen steril. Ein neues Konzept soll das Areal jetzt beleben.
 
Köln - Luftschiffe schweben majestätisch über dem Rhein, bevor sie auf die Poller Wiesen zusteuern, wo Wettkampf-Aufgaben auf sie warten. Danach kehren die drei bestplatzierten Zeppeline zurück zum Rheinauhafen, wo die Zuschauer versammelt sind, und landen auf den Kranhäusern, wie auf überdimensionalen Siegerpodesten.

So sieht es die Planung für die „Cologne Airship Games“ vor, die in diesem Jahr stattfinden sollen, wenn sich die Finanzierung sichern lässt. Der Zeppelin-Wettbewerb ist eine der Veranstaltungen, die das neue Quartier zwischen Schokoladenmuseum und Kap am Südkai aufwerten sollen. „Der Rheinauhafen wird zu einer riesigen Bühne, die sowohl Kölner als auch auswärtige Besucher nicht nur durch ihre Architektur und Lage, sondern auch durch ihre außergewöhnlichen Angebote anziehen wird“, sagte Jörg Krauthäuser, Geschäftsführer der Agentur „facts and fiction“, am Donnerstag bei der Vorstellung des Konzepts.

„Mir gefällt der Rheinauhafen gut, aber er ist etwas tot“

Auftraggeber ist die Rheinauhafen Verwaltungsgesellschaft (RVG), die Mitte 2011 im Zusammenspiel mit den Investoren und Eigentümern des Viertels den Beschluss fasste, dessen „Bespielung“ in professionelle Hände zu legen. „Uns war es wichtig, bereits vor der endgültigen Fertigstellung des Hafens die Weichen für seine zukünftige Entwicklung zu stellen“, so RVG-Geschäftsführer Herbert Blatzheim. Ziel ist es, das Quartier auf Dauer zu beleben – damit sich nicht der Eindruck festsetzt, den ein Kölner bei einer Umfrage so formulierte: „Mir gefällt der Rheinauhafen total klasse, aber er ist etwas tot.“

Das Konzept integriert bereits etablierte Veranstaltungen, die erweitert werden sollen. So plant die Agentur zusammen mit den Machern von „Rund um Köln“ ein „Radsportfest am Rhein“, und mit den Organisatoren von „Rheinlesen“ und „Theaterbummel“ arbeitet sie daran, beide Veranstaltungen zu verbinden; Abschluss ist eine Theateraufführung auf einer schwimmenden Bühne. Zu den neuen Formaten gehört ein Konzert der Band „E rdmöbel“. Die Musiker werden auf einem der Kranhäuser spielen, und übertragen wird das Ereignis auf Großleinwände. Zur Fußball-Europameisterschaft lädt das Viertel zum „Private Viewing“ ein: Auf dem Gelände werden Parzellen eingerichtet, die mit Wohnwagen, Rollrasen, Gartenzaun, Picknick-Möbeln und Fernsehgerät ausgestattet sind. Die Nutzung wird verlost, und die Gewinner können mit Freunden und Bekannten die EM-Spiele im kleinen Kreis verfolgen. Zum „Internationalen Kölner Rheinspringen“ Ende Juni treten Athleten im Weit- und Stabhochsprung an. International ist auch das 5. Maracatu-Treffen, das im Juli nach dreitägiger Dauer mit einer Trommler- und Tänzer-Parade durch den Hafen zu Ende geht.

Mit der RVG plant „facts and fiction“ den Bau einer festinstallierten Bühne, die für Konzerte, Aufführungen und das Sommerkino genutzt werden kann. Ebenfalls vorgesehen sind einheitliche Stand- und Präsentationsmodule, die zum Beispiel von Markt-Veranstaltern gemietet werden können. Ein fester Prozentsatz aus der Vermietung der Flächen soll in soziale Projekte fließen, Krauthäuser dazu: „Wenn wir ein richtiges Kölner Veedel sein wollen, müssen wir uns auch um gesellschaftliche Belange kümmern.“

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Die Sanierung des Orangerie-Theaters rückt in weite Ferne

von Redaktion (Koeln-vernetzt.info Team), am 08.01.2012


Tod eines Kulturerbes?

Innenstadt (ha). Der Überlebenskampf der freien Theaterszene in Köln offenbart sich als eine permanente Abwehrschlacht gegen fehlende Geldmittel. Nicht auf der Bühne und anhand der Qualität der Inszenierungen, sondern lediglich auf den Bankkonten entscheidet sich das Schicksal des Kulturerbes der Stadt. 

Nach dem Theater "Der Keller" müssen auch die Freunde der "Orangerie" um den Bestand ihrer Stätte bangen.
Rund 1,7 Millionen Euro fehlen dem Haus für eine längst überfällige Sanierung, die Aufführungen in der kalten oder nassen Jahreszeit zulassen. Dabei verpassten die Entscheidungsträger der Stadt im Mai dieses Jahres eine Lösung, die den Fortbestand des prestigeträchtigen Spielhauses hätte sichern können: Einen CDU-Antrag auf Stellung von Städtebaufördermittel beim Land wurde von Rot/Grün mit der Begründung einer Erhöhung des städtischen Defizits abgelehnt. Mögliche 1,2 Millionen Euro für das denkmalgeschützte Gebäude im Volksgarten wurden damit verpasst. Auch die Bitte um eine zehnprozentige Aufwandsbeteiligung lehnte das Gremium ab. Die Mehrheit im Rat votierte seinerzeit lediglich für eine Kostenschätzung bezüglich der Herrichtung des Hauses.
"Dass die Ratsmehrheit auf erhebliche Investitionen des Landes verzichtet hat, ist ärgerlich, dass deshalb aber nun das Aus für eine wichtige Spielstätte droht, ist skandalös", bewertete Lorenz Deutsch, Mitglied im Kulturausschuss und Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Bezirksvertretung Innenstadt, das Verhalten von SPD und Grünen. "Die Stadt Köln hat eine einmalige Chance vertan", kommentierte der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung Innenstadt, Bernhard Mevenkamp die verfahrene Situation. Ob die jüngst in der Bezirksvertretung - unter Enthaltung der SPD-Fraktion - beschlossene Bitte an den Rat zum Erhalt der Orangerie eine Wende in der Sache herbeiführt, bleibt fraglich. "Wir können nur die 'Alles-oder-Nichts-Schiene' fahren. Eine kleine Lösung gibt es leider nicht", beschreibt die Leiterin des Orangerie-Theaters, Hiltrud Cordes, den Ernst der Lage. "Dies ist für mich und das Team eine Verlängerung der schwer erträglichen Situation einer fehlenden Planungssicherheit, die bereits seit Jahren andauert", so Cordes. "Ich hoffe, die Politiker werden nach dem ersten Fehler der verpassten Antragsstellung nicht auch noch den zweiten Fehler machen uns zu übergehen ", wendet sich die Geschäftsführerin an die Entscheidungsträger der Stadt.
Trotz der umjubelten diesjährigen Premieren von "Die Hamletmühle", "Die Kampftrinkerin" oder die mit dem Kölner Tanzpreis 2011 ausgezeichnete Produktion "Loss Of Control", hallt der Schwanengesang durch das geschichts­trächtige Haus. Jene letzte Aufführung könnte sich bis zum Auslauf der Betriebsgenehmigung Ende 2012 schmerzlich hinziehen.

Informationen über die Spielstätte bietet die Internetpräsenz www.orangerie-theater.de

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